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Anschaffungskredit

Anschaffungskredite sind Darlehen, die zu Konsumzwecken aufgenommen werden. Es handelt sich dabei im Annuitätendarlehen, die in monatlichen Raten zurückbezahlt werden. Mit einem Anschaffungskredit kann grundsätzlich jedes beliebige Vorhaben finanziert werden. Das Angebot am Markt ist ausgesprochen groß.

Anschaffungskredite vergleichen

Unser nachfolgender Vergleich zeigt Ihnen, welche Banken besonders zinsgünstige Anschaffungskredite anbieten:

Laufzeiten

Marktübliche Laufzeiten für Anschaffungskredite erstrecken sich von 3 bis zu 120 Monaten. Viele Banken beschränken die möglichen Laufzeiten allerdings auf 12 bis 84 Monate. Kreditnehmer können die Laufzeit entweder individuell oder aus vorgegebenen  Intervallen auswählen. Bei einer individuellen Gestaltung der Laufzeit kann die monatliche Rate sehr genau an die finanziellen Spielräume angepasst werden.

Kreditsummen

Banken finanzieren mit Anschaffungskrediten Vorhaben bis zu 100.000 Euro. Bei sehr vielen Instituten liegt der maximal mögliche Kreditbetrag allerdings deutlich darunter. Typischerweise liegt die Obergrenze bei standardisierter Antragstellung zwischen 35.000 und 75.000 Euro. Auf Anfrage sind bei entsprechender Bonität fast immer größere Beträge möglich.

Gebühren

Viele Banken verlangen eine Bearbeitungsgebühr, die bei der Auszahlung fällig und dem Darlehenskonto belastet wird. Marktüblich sind Gebühren von 2,0 bis 5,0 Prozent des Nettokreditbetrages. Die Gebühr wird zum regulären Sollzins mitfinanziert. Anschaffungskredite mit Bearbeitungsgebühr sind bei einer vorzeitigen Kündigung teuer, weil die Gebühr nicht erstattungsfähig ist.

Die Bearbeitungsgebühr muss ebenso im Effektivzins enthalten sein wie mögliche Kontoführungs- oder Auszahlungsgebühren. Viele Banken verzichten auf diese Gebühren und verlangen ausschließlich reguläre Sollzinsen. Im Fall einer vorzeitigen Kündigung oder bei Sonderzahlungen können zusätzlich zur gesetzlichen Vorfälligkeitsentschädigung Verwaltungs- oder Bearbeitungsgebühren anfallen.

Verzinsung

Die Zinsen von Anschaffungskrediten sind in der Monatsrate enthalten. Die Höhe des Zinssatzes kann abhängig von  Bonität und Laufzeit sein. Bei bonitätsabhängiger Verzinsung erhalten Kreditnehmer mit guter Kreditwürdigkeit günstigere Zinssätze als Kreditnehmer mit einer weniger guten Einstufung.

Ein erheblicher Teil der Anschaffungskredite auf dem deutschen Markt wird mit einer bonitätsunabhängigen Verzinsung angeboten. Dann gilt der angegebene Zinssatz für alle Kreditnehmer mit Darlehenszusage.

Auch die Laufzeit spielt oft eine wichtige Rolle für den Zinssatz. Grundsätzlich gilt, dass mit der Laufzeit auch der jährliche Zinssatz ansteigt. Zwingend ist dies allerdings nicht – bei einigen Banken gilt dieser Zusammenhang nicht.

Die Höhe des Zinssatzes hängt immer mit dem allgemeinen Zinsniveau am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme zusammen. Bei größeren Anschaffungen kann es sich deshalb lohnen, die Zinsentwicklung im Auge zu behalten.

Sicherheiten

Für einen Anschaffungskredit sind in der Regel keine besonderen Sicherheiten erforderlich. Als Sicherheit dient die Bonität des Kreditnehmers, die anhand der Zahlungshistorie (Auskunfteiauskunft) und des Einkommens bemessen wird.

Eine Ausnahme sind Anschaffungskredite, mit denen Fahrzeuge finanziert werden. Hier dient das finanzierte Fahrzeug selbst oft als Sicherheit für den Kredit. Der Fahrzeugbrief wird nach der Auszahlung an die Bank übersandt.

Zinsbindung: Der Zinssatz steht bis zur vollständigen Rückzahlung fest. Kreditnehmer tragen bei einem Anschaffungskredit deshalb kein Zinsänderungsrisiko und können fest mit der vereinbarten Monatsrate kalkulieren.

Sondertilgung

Sondertilgungen und vorzeitige Tilgungen  sind bei Anschaffungskrediten jederzeit möglich, sofern der Kredit nach dem 10.06.2010 ausbezahlt wurde.  Die Bank darf in diesem Fall allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Laut Gesetz darf diese 1,0 Prozent des abgelösten Saldos (0,5 Prozent bei einer Restlaufzeit von weniger als 12 Monaten) nicht überschreiten. Viele Banken stellen allerdings zusätzliche Kosten, z. B. in Form von Verwaltungsgebühren in Rechnung.

Zwingend sind Vorfälligkeitsentschädigung und Gebühren allerdings nicht. Ein erheblicher Teil der Anbieter am Markt sichert kostenlose Sonderzahlungen zu.

Verwendungszweck: Anschaffungskredite sind mit Ausnahme von Autokrediten nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Die Darlehen können zur Finanzierung einer oder mehrerer Anschaffungen genutzt werden. Als Anschaffung gelten dabei nicht nur Möbel, Elektronik oder Einbauküchen, sondern auch Reisen, Kleidung oder die Kaution zur Anmietung einer Wohnung.

Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Anschaffungskredite sind flexibel, leicht zu verstehen und können zu jedem beliebigen Zweck genutzt werden. Durch die große Zahl der Anbieter am Markt und die im Kern sehr einfache Struktur des Darlehens können Kreditnehmermit einem Vergleich ohne großen Aufwand einen günstigen Anbieter finden.

Die Kreditkosten sind dann deutlich günstiger als bei einer Kontoüberziehung oder einer Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion. Im Hinblick auf Laufzeit und Kreditbetrag besteht ein sehr weiter Gestaltungsspielraum. Da ein vorzeitiger Ausstieg jederzeit möglich ist kann später auf eventuell veränderte finanzielle Verhältnisse reagiert werden. Die Zinsbindung eliminiert das Risiko später steigender Kosten, wie es bei Rahmenkrediten existiert.

Nachteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Die Konditionen der verschiedenen Anbieter am Markt unterscheiden sich zum Teil deutlich. Bei Krediten mit hoher Bearbeitungsgebühr oder durch Gebühren überhöhte Vorfälligkeitsentschädigung ist eine vorzeitige Kündigung teuer, was Kreditnehmer in ihrer Flexibilität einschränkt. Kreditnehmer mit durchschnittlicher Bonität müssen bei vielen Banken zudem hohe Zinsen zahlen.

Wird der Kredit mit einer Restschuldversicherung kombiniert, kann das Vorhaben sehr teuer werden, weil die von Banken offensiv beworbenen Policen bei überschaubarer Leistung hohe Prämien verursachen.

Bei sehr großen Finanzierungsbeträgen eignen sich Kredite mit Besicherung (und damit einem günstigeren Zinssatz) wie z. B. ein Effekten- oder Immobilienkredit oft besser.

Wann eignet sich ein Anschaffungskredit?

Ein Anschaffungskredit ist die richtige Lösung, wenn ein größeres Vorhaben mit vorwiegend konsumtivem Charakter ansteht und die Finanzierung nicht durch eine kurzzeitige Kontoüberziehung möglich ist. Als Faustformel gilt: Wenn der Kreditbetrag über mehr als 6 Monate zurückbezahlt wird, ist ein Anschaffungskredit gut geeignet. Je länger die Laufzeit und je größer der Kreditbetrag, desto weniger Alternativen gibt es.

Wichtig bei Vergleich und Antrag

Beim Vergleich der zahlreichen Angebote am Markt sollte nicht nur auf den Effektivzins geachtet werden. Auch die darin enthaltenen Gebühren sind zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Effektivzins, desto besser der Kredit. Zusätzlich gilt: Je geringer der Gebührenanteil am Effektivzins, desto günstiger.

Sofern eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden soll, sollten auch deren Konditionen untersucht werden. Positiv ist eine monatliche Kündigungsmöglichkeit ohne horrende Storno- oder Rücktrittsgebühren.

Anschaffungskredit beantragen

Abhängig von der ausgewählten Bank können Anschaffungskredite online, per Telefon oder schriftlich beantragt werden. Zusätzlich ist bei Filialbanken auch der Besuch einer Filiale möglich. Vereinzelt bieten Banken über mobile Berater auch Hausbesuche an. Bei online oder telefonisch gestellten Anträgen ist zusätzlich eine Legitimation per Postident erforderlich. Zudem müssen Dokumente (z. B. Gehaltsnachweise) in schriftlicher Form an die Bank gesendet werden.

Nach positiver Prüfung wird der Kredit aufs Girokonto der Hausbank ausbezahlt. Je nach Bank und Antragsweg dauert es von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Gutschrift des Kredits auf dem Konto zwischen 2 und 7  Bankarbeitstage.