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Kleinkredit

Kleinkredite sind Darlehen bis zu einer Kreditsumme von etwa 3.000 Euro. Eine exakte Abgrenzung zu anderen Krediten gibt es nicht. Die Einstufung als Kleinkredit erfolgt, wenn der Nettokreditbetrag und/oder die monatlichen Raten als geringfügig eingestuft werden können. Ob es sich bei einem Darlehen um einen Kleinkredit handelt, ist somit auch von den finanziellen Verhältnissen  des Kreditnehmers abhängig.

Abgesehen vom geringeren Finanzierungsvolumen unterscheiden sich Kleinkredite nicht von anderen Ratenkrediten. Die Rückzahlung erfolgt in konstanten Monatsraten und enthält Zinsen und Tilgung. Auch in rechtlicher Hinsicht gibt es keinen Unterschied zu anderen Verbraucherdarlehen, so dass z.B. das Recht auf eine jederzeitige Kündigung durch den Kreditnehmer oder das gesetzliche Widerrufsrecht wahrgenommen werden können.

Kleinkredit-Vergleich

Einen Vergleich der Kleinkredite verschiedener Banken finden Sie nachfolgend:

Laufzeiten

Grundsätzlich können Kleinkredite mit beliebigen Laufzeiten ausgestattet werden. Die meisten Banken legen jedoch für alle ihre Kreditangebote ein monatliche Mindestrate fest, so dass bei kleineren Kreditsummen häufig maximal ´48 Monate Laufzeit möglich sind.

Kreditsummen

Kredite, deren Auszahlungsbetrag deutlich über 3.000 Euro hinausgeht werden nicht als Kleinkredit eingestuft. Bei den meisten Banken beläuft sich der minimale Nettokreditbetrag auf 1.000 Euro. Nur einige wenige Institute ermöglichen Kleinkredite bereits ab 500 Euro.

Verzinsung

Die Verzinsung beginnt mit dem Tag der Auszahlung des Darlehens. Die fälligen Zinsen werden zusammen mit der Tilgung in einer konstanten Rate entrichtet. Die Höhe des Effektivzinssatzes richtet sich nach Bonität und Laufzeit. Tendenziell steigt der jährliche Zinssatz mit der Laufzeit. Der Kredit wird hingegen günstiger, wenn die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers von der Bank hoch eingestuft wird. Die Bonitätseinstufung erfolgt häufig ausschließlich anhand des Nettoeinkommens. Viele Banken bieten auch Kleinkredite mit bonitätsunabhängiger Verzinsung an.

Gebühren

Banken können Kontoführungs- und Bearbeitungsgebühren erheben, die im Effektivzins mit eingerechnet sein müssen. Bearbeitungsgebühren betragen üblicherweise 2-5 Prozent des Nettokreditbetrages. Sie werden in mehr als 95 Prozent der Fälle dem Kreditbetrag zugeschlagen und zum regulären Sollzins mitfinanziert.

Zusätzliche Kosten können anfallen, wenn ein Kredit durch den Darlehensnehmer vorzeitig gekündigt wird. Die Gesetzgeber räumt Banken eine  Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von maximal 1,0 Prozent des abgelösten Restsaldos ein. Bei einer Restlaufzeit unter 12 Monaten darf die Entschädigung maximal 0,5 Prozent betragen. Viele Banken stellen zusätzlich Verwaltungsgebühren in Rechnung, die eine ähnliche Größenordnung erreichen können.

Sicherheiten

Sicherheiten müssen bei Kleinkrediten nicht hinterlegt werden. Auch Bürgen müssen nicht gestellt werden. Voraussetzung ist lediglich eine ausreichende Bonität des Kreditnehmers. Neben einer positiven Zahlungshistorie muss auch ein pfändbares Einkommen in ausreichender Höhe nachgewiesen werden.

Zinsbindung

Kleinkredite sind mit einer Zinsbindung bis zum Laufzeitende ausgestattet. Die Höhe der insgesamt anfallenden Finanzierungskosten steht damit von Beginn an fest. Das gilt auch für die Höhe der monatlichen Raten.

Sondertilgung und Kündigung

Kleinkredite sind Verbraucherdarlehen und unterliegen hinsichtlich Kündigung und Sondertilgung den gesetzlichen Bestimmungen. Kredite, die nach dem 11. Juni 2010 aufgenommen wurden, können vom Kreditnehmer jederzeit gekündigt werden. Banken dürfen in diesem Fall die gesetzliche Vorfälligkeitsentschädigung (max. 1 Prozent des abgelösten Saldos) verlangen. Etwaige Bearbeitungsgebühren werden nicht zurückerstattet.

Verwendungszweck

Kleinkredite sind nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Sie werden häufig zur Finanzierung von Konsumwünschen (z. B. Urlaub oder Unterhaltungselektronik) verwendet. Auch die Ablöse anderer Verbindlichkeiten, wie etwa der Ausgleich des Girokontos oder des Saldos einer Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion, sind gängige Einsatzfelder.

Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Kleinkredite sind universell einsetzbar und bieten durch ihre Zinsbindung ein Höchstmaß an Sicherheit im Hinblick auf die Finanzierungskosten. Die Erfahrung zeigt zudem, dass sie häufig sehr viel günstiger sind als direkte Alternativen. Kleinkredite werden häufig als Substitut zum (dauerhaft genutzten) Überziehungskredit genutzt. Die Zinsen fallend dabei oft nicht einmal halb so hoch aus wie bei einem Dispo. Auch gegenüber Ratenzahlungen im Versandhaus oder Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion sind Kleinkredite in der Regel deutlich günstiger.

Nachteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Werden in regelmäßigen Abständen immer wieder Kleinkredite für verschiedene Zwecke aufgenommen, wächst das Risiko, die Übersicht über die laufenden Verbindlichkeiten zu verlieren. Deshalb bergen Kleinkredite für Verbraucher mit undiszipliniertem Konsumverhalten durchaus ein langfristiges Überschuldungsrisiko. Das gilt auch, wenn mit den Darlehen ein immer wieder aufs Neue überzogenes Girokonto ausgeglichen wird.

Für wen eignet sich ein Kleinkredit?

Kleinkredite eignen sich grundsätzlich für alle Verbraucher, die kleinere Summen finanzieren oder umschulden möchten. Die Finanzierung von Konsumwünschen ist genauso möglich wie die von Investitionen mit beruflichem Hintergrund, wie z.B. einer Weiterbildung. Darüber hinaus können auch andere Kredite umgeschuldet oder zusammengefasst werden. Dies spart nicht nur Finanzierungskosten, sondern dient auch der Übersichtlichkeit.

Ungeeignet ist ein Kleinkredit, wenn bereits mehrere andere Darlehen laufen. Dann kann die Übersicht verloren gehen. In diesen Fällen ist es besser, die bestehenden Kredite zu einem größeren Darlehen zusammenzufassen, mit dem das aktuelle Vorhaben ebenfalls finanziert werden kann.

Wichtig bei Vergleich und Antrag

Beim Kleinkredit Vergleich sollte nicht nur auf den Effektivzins, sondern auch auf dessen Zusammensetzung geachtet werden. Je geringer die Bearbeitungsgebühr, desto günstiger sind vorzeitige Kündigungen.

Viele Banken nutzen Kleinkredite als Mittel zur Neukundengewinnung. Neukunden erhalten im Rahmen von Sonderaktionen oft ausgesprochen günstige Konditionen und können z.B. Kredite für 3,0 Prozent Zinsen p.a. erhalten. Solche Aktionen finden laufend statt. Die niedrigen Zinsen werden von den Banken intern "subventioniert" und sind deshalb unabhängig vom allgemeinen Zinsniveau erhältlich. Zusätzliche Verpflichtungen sind mit solchen Offerten üblicherweise nicht verbunden. Es lohnt sich deshalb, gezielt nach Kleinkredit-Aktionen zu suchen.

Bei Kleinkrediten sollten zudem auf den Abschluss einer Restschuldversicherung verzichtet werden. Die Finanzierungskosten können sich durch den Abschluss einer solchen Police leicht verdoppeln. Zudem müssen Kreditnehmer bei einer vorzeitigen Kündigung nicht selten einen großen Teil der Versicherungsprämie trotzdem zahlen. Überschaubare Kreditbeträge bergen auch ein geringes Risiko, das am besten selbst getragen wird.

Kleinkredit beantragen

Auch bei Kleinkrediten verlangen Banken vollständige Unterlagen und Gehaltsnachweise. Nachlässigkeiten beim Antrag führen trotz der geringen Kreditsummen zu Rückfragen und damit zu Verzögerungen.

Viele Banken stellen auf ihren Internetseiten Rechner zur Verfügung, mit denen Antragstellern sich die Details ihres Kreditwunsches genau ausrechnen können. Bei Kleinkrediten kommt es bei einigen dieser Tools zu Fehlermeldungen, weil die monatliche Rate zu gering ist. Der Kreditbetrag ist oft dennoch zulässig, wenn lediglich eine geringere Laufzeit gewählt wird.

Kreditanträge können online, per Telefon oder auf dem Postweg erfolgen. Die notwendigen Dokumente müssen ggf. separat eingereicht werden. Die Legitimation erfolgt durch einen Besuch in einer Filiale oder per Postident-Verfahren.