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Ratendarlehen

Ein Ratendarlehen kann prinzipiell zu jedem Zweck eingesetzt werden. Der aufgenommene Kredit wird in (meistens gleich hohen) Raten zurückbezahlt. In den Raten sind Zins und Tilgung vollständig enthalten. Zu den großen Vorteilen dieser weit verbreiteten Finanzierungsvariante zählt die große Planungssicherheit durch die bereits von Beginn an feststehenden Kosten.

Ratendarlehen vergleichen

Unser nachfolgender Vergleich zeigt Ihnen, welche Banken besonders zinsgünstige Ratendarlehen anbieten:

Laufzeiten

Marktüblich sind auf dem deutschen Markt Ratendarlehen mit 6 bis 120 Monaten Laufzeit. Bei den meisten Banken ist das verfügbare Angebot allerdings kleiner und beschränkt sich auf Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten. Sowohl frei wählbare Laufzeiten als auch vorgegebene Intervalle (z.B. in halbjährlichen Abständen) sind üblich.

Kreditsummen

Ratendarlehen für Verbraucher sind ab 500 Euro Nettokreditbetrag erhältlich. Die Obergrenze bei den Standard-Angeboten der meisten Banken liegt bei höchsten 100.000 Euro. Oft sind aber auch maximal 30.000 bis 75.000 Euro möglich.

Gebühren

Bei Ratendarlehen können verschiedene Gebühren anfallen. Ob dies der Fall ist und wie hoch einzelne Gebühren sind, hängt von der jeweiligen Bank ab. Viele Kreditinstitute verlangen eine Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 5 Prozent des Nettokreditbetrages, die dem Kredit in der Regel zugeschlagen und mitfinanziert wird. Solche Bearbeitungsgebühren sind ebenso im Effektivzins gemäß Preisangabenverordnung enthalten wie Kontoführungsgebühren.

Zusätzliche Gebühren können anfallen, wenn an der planmäßigen Rückzahlung Änderungen vorgenommen werden. Für Sondertilgungen und vorzeitige Rückzahlungen können ebenso Entgelte in Rechnung gestellt werden wie für eine Ratenneuaufteilung oder Stundungen. Auch die Gestaltung dieser Entgelte obliegt den Banken.

Verzinsung

Die Zinssätze von Ratendarlehen sind abhängig vom allgemeinen Zinsniveau am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme, von der Laufzeit des Kredits, von der Bonität des Darlehensnehmers und von der Preispolitik der Bank. Grundsätzlich fallen die Zinssätze bei längeren Laufzeiten und einer schwächeren Bonität höher aus.

Viele Banken verzichten aber auch auf eine bonitätsabhängige Verzinsung und gewähren allen Kreditnehmern mit ausreichender Bonität denselben Zinssatz. Eine längere Laufzeit muss zudem nicht zwingend mit einem höheren Zinssatz einhergehen. Bei vielen Kreditinstituten existiert dieser Zusammengang nur schwach oder gar nicht. Das Zinsniveau am Kapitalmarkt ist jedoch immer von großer Bedeutung für die Kreditkonditionen.

Die Zinsen werden zusammen mit der Kreditrate entrichtet. Daraus ergibt sich, dass die Zusammensetzung der Kreditrate sich im Zeitverlauf verändert: Der Zinsanteil sinkt, weil der valutierende Kreditbetrag mit jeder geleisteten Zahlung zurückgeht. Im selben Umfang steigt der Tilgungsanteil an der Kreditrate.

Sicherheiten

Ein Großteil der Ratendarlehen auf dem deutschen Markt wird ohne dingliche Sicherheiten ausbezahlt. Als Sicherheit dient der Bank die Bonität des Kreditnehmers. Reicht diese für eine Kreditzusage nicht aus, kann die Auszahlung gegen Sicherheiten nach Absprache  dennoch erfolgen. Als Sicherheiten können dann zum Beispiel Fahrzeuge, Immobilien oder Wertpapiere dienen. Üblich ist eine gesonderte Besicherung allerdings nicht. Insbesondere bei Direktbanken sind derlei Vereinbarungen oft gar nicht möglich.

Zinsbindung

Ratendarlehen sind mit einer Zinsbindung bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit ausgestattet. Kreditnehmer tragen deshalb kein Zinsänderungsrisiko. Darin liegt einer der größten Vorteile von Ratendarlehen.

Sondertilgung

Sondertilgungen sind bei Ratendarlehen jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist möglich, wenn der Kreditvertrag nach dem 11. Juni 2011 abgeschlossen wurde. Banken sind in diesem Fall berechtigt, vom Kreditnehmer eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen. Diese darf nach dem Willen des Gesetzgebers 1 Prozent des abgelösten Kreditbetrages nicht übersteigen. In der Praxis erheben Banken allerdings häufig zusätzliche Entgelte.

Verwendungszweck

Ratendarlehen können an einen bestimmten Verwendungszweck gekoppelt sein, sind es in der Regel jedoch nicht. Die meisten Kredite werden ohne Zweckbindung ausbezahlt. Eine Ausnahme sind vor allem Kredite, die zur Fahrzeugfinanzierung dienen und die mit dem finanzierten Fahrzeug besichert werden. Oft besteht aber selbst dann die Möglichkeit, den Kredit anderweitig zu nutzen. Dann fallen lediglich höhere Zinsen an. Ratendarlehen für Selbständige werden oft mit der Einschränkung vergeben, dass sie ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt werden dürfen. Davon abgesehen stehen auch diese Kredite zur freien Verfügung.

Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Ratendarlehen bieten ein Höchstmaß an Planungssicherheit. Sowohl die Höhe der monatlichen Belastung durch den Kapitaldienst als auch die Finanzierungskosten insgesamt stehen von Beginn an fest. Ein Zinsänderungsrisiko besteht für den Kreditnehmer nicht. Das ist besonders bei größeren Vorhaben ein  Vorteil gegenüber Rahmenkrediten und anderen Darlehen mit variabler Verzinsung.

Durch verbindliche gesetzliche Regelungen können Ratendarlehen zudem jederzeit gekündigt werden. Immer mehr Banken bieten zudem Möglichkeiten zu nachträglichen Änderungen, wie z.B. Ratenaussetzungen oder Ratenneuaufteilungen. Dadurch lässt sich der Kredit bei Bedarf flexibel an veränderte Bedingungen anpassen.

Nachteile gegenüber anderen Finanzierungsvarianten

Noch immer fällt es Banken leicht, Kosten in den Verträgen zu verstecken, die gerade unerfahrene Kreditnehmer nicht bemerken. Durch nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühren, die gesetzliche Vorfälligkeitsentschädigung und andere Entgelte ist die Kündigung häufig eine teure Angelegenheit.

Diese Inflexibilität ist besonders von Nachteil, wenn das Zinsniveau am Kapitalmarkt zwischenzeitlich deutlich sinkt. Dann können Kreditnehmer aufgrund der wirtschaftlichen Ausstiegshürden nicht von günstigeren Angeboten profitieren.  Hier bieten Rahmen- und Effektenkredite mehr Flexibilität.

Für wen eignet sich ein Ratendarlehen?

Ratendarlehen eignen sich für Kreditnehmer, die Planungssicherheit im Hinblick auf Kapitaldienst und Finanzierungskosten suchen. Das Finanzierungsvorhaben sollte sich über einen nicht zu geringen Betrag und eine zumindest mehrmonatige Laufzeit erstrecken.

Besonders geeignet sind Ratendarlehen für Arbeitnehmer mit einem konstanten Einkommen. Auf dieses lässt sich die Höhe der Monatsrate gut zuschneiden. Zudem können Arbeitnehmer und Beamte aus besonders vielen Angeboten auswählen, weil sie anders als Selbständige bei fast allen Banken Kredit erhalten.

Wichtige Kriterien beim Ratendarlehen-Vergleich

Im Effektivzins müssen laut Preisangabenverordnung alle Kosten enthalten sein, die bei einer planmäßigen Rückzahlung des Kredits anfallen. Der effektive Jahreszins ist deshalb ein sehr wichtiger Vergleichsmaßstab. Je niedriger der Effektivzins ist, desto besser ist ein Angebot (ceteris paribus). Der einfache Sollzins besitzt hingegen nur eine geringe Aussagekraft.

Auch die Zusammensetzung des Effektivzinssatzes sollte beim Vergleich verschiedener Angebote berücksichtigt werden. Eine hohe Bearbeitungsgebühr ist nachteilig, weil sie im Fall einer Kündigung nicht erstattungsfähig ist. Relevant sind zudem die Kosten bei Kündigung und Sonderzahlung und Gebühren, die bei Ratenneuaufteilungen oder anderen nachträglichen Änderungen anfallen. Für alle diese Gebühren gilt: Je niedriger, desto besser!

Wichtig beim Kreditantrag

Die Kombination mit einer Restschuldversicherung ist bei den wenigsten Ratendarlehen sinnvoll. Zum einen sind die Policen sehr teuer, zum anderen bieten sie oft nur einen lückenhaften Schutz. Fast alle Banken bieten Restschuldversicherungen an. Nicht selten muss der Abschluss vom Kreditnehmer selbst unterbunden werden, indem z.B. die entsprechende Passage im Kreditvertrag gestrichen wird. Soll unbedingt eine Versicherung abgeschlossen werden, sollte sie monatlich kündbar sein.

Ratendarlehen beantragen

Kreditanträge können online, per Telefon sowie per Post gestellt werden. In jedem Fall ist eine Legitimation per Postident bzw. Personalausweis erforderlich. Angestellte benötigen für den Gehaltsnachweis 1 bis 6 Lohnabrechnungen, Selbständige 2 bis 5 Einkommensteuerbescheide. Häufig müssen zudem die Kontoauszüge des Girokontos der letzten 6 Wochen vorgelegt werden.